Kurt Arentz (1934 – 2014)

Kurt Arentz war ein Bildhauer, der bis heute weit über seine Heimatstadt Leverkusen hinaus mit seiner Kunst begeistert.

Erst spät von den Musen geküsst, beginnt er mit fast 40 Jahren zunächst mit der Malerei und wenig später mit der Bildhauerei. Der Autodidakt findet vor allem im plastischen Schaffen sein künstlerisches Zuhause und zeigt schnell ein ungewöhnliches Talent in Tierdarstellungen und Porträt.

Anders als viele seiner Zeitgenossen arbeitet er gegenständlich und  gewinnt gerade damit viele für seine Arbeiten, die, ganz gleich, ob es sich um Tier oder Mensch handelt, immer Zeugnis seiner außergewöhnlichen Beobachtungsgabe und seiner Fähigkeit das Wesen des Dargestellten einzufangen sind.

Sein Talent berühmte Persönlichkeiten zu porträtieren und seine unbefangene Kontaktfreudigkeit  lassen ihn schlagartig zu einem gesuchten Künstler werden und es folgen vier Jahrzehnte emsigen künstlerischen Schaffens, unzählige Ausstellungen und Auszeichnungen. Seine Arbeiten im öffentlichen Raum sind auf der ganzen Welt zu finden, von Leverkusen, Köln und Berlin bis nach Austin (TX) und Santiago de Chile.

Diese Online-Biografie soll einen Einblick in sein bewegtes Leben, die vielen Begegnungen mit den Großen seiner Zeit, vor allem aber in seine vielfältige und zeitlose Kunst geben.

Die gegenständliche Darstellungsweise des Künstlers, findet bei vielen Anklang, bleibt in einer Zeit, in der vor allem abstrakte Konzeptkunst von der akademischen Welt gefeiert wird, jedoch nicht ohne Kritiker. Arentz kann als Autodidakt nicht auf die Seilschaften akademischer Künstler zurückgreifen und muss sich Anerkennung durch Können erkämpfen. Was zunächst als Hindernis erscheinen mag, erweist sich gleichzeitig als Segen.

Eben weil er nicht um die Gunst der Wichtigen buhlt, nimmt Kurt Arentz sich die Freiheit das zu schaffen was ihm gefällt. Er folgt hierbei dem Leitspruch „Kunst kommt von Können“. In seinen Unterlagen befindet sich ein Zeitungsartikel „Kunst ist, was nicht jeder kann“ (Ernst Fuchs). Unterstrichen hat Arentz den folgenden Satz von Fuchs: Ich sehe nicht, daß die Kunstszene ohne Diktatur wäre. Wie käme es sonst, daß alle Museen praktisch das Gleiche zeigen und gewisse Dinge in Museen überhaupt nicht zu finden sind.“ Hier zu sehen ist also nicht nur das fröhliche Resultat autodidaktischen Schaffens, es ist auch eine Antwort auf die Enge der damaligen Kunst und ein Einsatz für die Vielfalt und die gegenständliche Darstellungsweise, der Mut und Kraft gekostet hat.

Die Aerntzsche Kunst ist zugänglich. Sie kann von Jung und Alt, von Kunstkenner und Kunstunverständigen verstanden werden; sie ist direkt und unverblümt, wie auch ihr Schöpfer.

Horst Niesters (Wildfotograf und Umweltschützer) schreibt hierzu: „Wer nicht von seinen auffliegenden Enten, von der dahinziehenden Igelfamilie, von dem starken Keiler, den angreifenden Stieren und seinen anmutigen Pferdedarstellungen begeistert ist, dem fehlt, für meine Begriffe jegliches Verständnis für die Kunst. […] über Kunst läßt sich streiten, aber für mich fängt Kunst da an, leider oder Gottseidank, wo ich sie verstehe, wo sie mich anspricht und wo ich bereit bin, mich mit ihr zu identifizieren.

Für Kurt Arentz war die Kunst eine Antwort auf seine Umwelt, eine Teilhabe an der Gesellschaft aber auch eine Ehrung der Schöpfung und des Menschen. Deshalb setze er sich von Beginn an mit seiner Kunst für unzählige Umweltprojekte ein und gestaltet unter anderem den Umweltadler, der dem englischen Thronfolger Prinz Charles überreicht wird. Das Thema Umwelt steht heute im Rahmen der „Fridays for Future“ Bewegung wieder im Zentrum des gesellschaftlichen Interesses.

Für Kurt Arentz war es wie für die Jugendbewegung heute klar: Der Mensch trägt in seiner besonderen Rolle in der Schöpfung Verantwortung, die Schönheit der Natur zu bewahren und jeder einzelne soll sein Bestmögliches einsetzen, um dieser Verantwortung gerecht zu werden: Der Politiker in der Politik, der Industrielle in der Wirtschaft, der Literat mit seiner Feder und er selbst in seiner Fähigkeit das Schöne und Achtenswerte der Fauna bewusst zu machen.